Lamb

Filmcasino 19.8. 2016

Äthiopien/Frankreich 2015

Regie: Yared Zeleke

Meine Äthiopien-Reise war eine meiner beeindruckendsten. Deshalb war ich sehr auf den ersten äthiopischen Film meiner Cineasten-Karriere gespannt. Yared Zeleke stellt mit Ephraim einen äthiopischen Teenager in den Mittelpunkt, der bereits mehrere Schicksalsschläge erlitt. Er verlor seine Mutter wegen einer großen Dürre und wird deshalb von seinem Vater bei Verwandten untergebracht, während er in die Stadt weiterzieht.

Ephraims Emotionen sind ganz auf die titelgebende Ziege Chuni konzentriert, um die er sich fürsorglich kümmert. Zeleke zeigt den schwierigen Alltag einer äthiopischen Familie ebenso überzeugend wie die Spannungen zwischen Gegenwart und Tradition. So gibt es im Haushalt eine „emanzipierte“ Tochter, die lieber Zeitungen liest und sich für Wissenschaft interessiert, als den nächstbesten Dorfjungen heiraten will. Eine natürliche Verbündete für Ephraim, der wiederum mit seinem Kochtalent alte Rollenbilder in Frage stellt und deshalb Probleme mit seinem Onkel bekommt, weil Männer ja bekanntlich keine Frauenarbeit verrichten dürfen. Ephraim versucht immer wieder zu fliehen, was die Handlung vorantreibt.

Die äthiopische Landschaft ist ebenso grandios eingefangen wie die Äthiopier. Ein beeindruckendes Debüt.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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