Janácek: Jenufa

Wiener Staatsoper 20.5. 2016

Dirigent: Ingo Metzmacher
Inszenierung: David Pountney

Laca Klemen: Christian Franz
Stewa Buryjia: Marian Talaba |
Die Küsterin Buryja: Angela Denoke
Jenufa: Dorothea Röschmann

Traditionellerweise lieben Opern „große“ Stoffe: Gerne mythologischer oder historischer Natur. Die bevorzugten Helden der klassischen Oper ist die bessere Gesellschaft. Ausnahmen sind einige komische Opern, aber selbst Figaros Hochzeit spielt ja trotz des namensgebenden Titelhelden in Adelskreisen. Im Theater ändert sich diese Präferenz für das Drama in der zweiten Hälfte, man denke nur an Büchner oder Ibsen.

Die 1904 uraufgeführte Jenufa passt gut in diese Reihe, steht doch der Mord an einem unehelichen Kind im Mittelpunkt der Oper. Sozialkritisch werden die konservativen Wertvorstellungen in der tschechischen Provinz hinterfragt. Musikalisch fand Janácek eine noch heute modern klingende Ausdrucksform für dieses düstere Drama. Die Wiener Staatsoper bringt es in der gewohnten Qualität auf die Bühne. An der orchestralen Leistung ist ebenso wenig etwas auszusetzen als an der vokalen. Einzig Christian Franzs stimmliche Dominanz bringt das Ensemble ab und an aus dem akustischen Gleichgewicht. Das karge Bühnenbild passt gut zur Handlung. Eine Bereicherung des Repertoires.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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