Spettacolo barocco! Triumph des Theaters

Theatermuseum 27.3. 2016

An einem sonnigen Ostersonntag kann ich mir diese gelungene Ausstellung fast alleine ansehen. Ihr Ziel ist es, das Theater des Barock mit allen Facetten darzustellen. Wer hier an das heutige Theater denkt, wird schon am Beginn bemerken, dass der Begriff damals viel weiter gefasst war: Es ging vor allem um höfisches Machttheater. Die damals mit riesigem Aufwand inszenierten Spektakel in Wien waren legendär. Leopold I. veranstaltet als Barockkaiser diese Feste und eines davon kann man sich im Detail als Animation ansehen. Anlässe waren gerne Hochzeiten oder die Geburt eines Thronfolgers. Die mythologischen Bezüge standen in einer symbolischen Beziehung zum Kaiserhaus. Ludwig XIV. veranstaltete Gegenspektakel und die europäische Elite konnte sich an diesem kindischen Kaiserwettbewerb erfreuen. Ein weiterer Aspekt war die Barockoper, der ebenfalls viel Raum gewidmet wird. Schließlich weitet sich die Schau thematisch. Nach den Festen der Medici, die sich die Steigerung ihres Sozialprestiges vom Kopieren adliger Spektakel erhofften, hin zur Commedia dell’Arte und dem Wiener Fasching. Barocke Bühnentechnik und das Ordenstheater präsentieren die Kuratoren ebenfalls kompetent. Chronologisch endet die Schau mit Maria Theresa.

Insgesamt eine sehr kompetente und interessante Ausstellung. Mein einziger Einwand wäre, dass sich das Gezeigte (und im Audioguide gehörte) fast ausschließlich auf die veranstaltenden Eliten konzentriert. Eine größere sozialgeschichtliche Breite inklusive kritischer Aspekte wäre wünschenswert gewesen. (Bis 30.1.)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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