Das iranische Wien

Filmcasino 29.11. 2015

Iran 2011-12
Nessa
Regie: Loghman Khaledi

Iran 2008
Lady of the Roses
Regie: Mojtaba Mirtahmasb

Der Kulturverein Das iranische Wien organisierte für heute im Filmcasino eine Matinee mit zwei sehr unterschiedlichen, je fünfzig Minuten langen Filmen. In beiden stehen iranische Frauen im Mittelpunkt.

Nessa ist die bedrückende Fallstudie einer jungen iranischen Schauspielerin aus der Provinzstadt Kermanshah, die ich übrigens letztes Jahr während meiner Iran-Reise selbst besuchte. Ihre Familie und ihre Umwelt haben kein Verständnis für ihren selbstbestimmten Lebenswunsch. Ihr überforderter Bruder schlägt ihr deshalb fast ein Auge aus, womit der im dokumentarischen Stil gedrehte Film auch einsetzt.

Einen ganz anderen Ton schlägt die Dokumentation Lady of the Roses an, wobei die namensgebende Protagonistin nicht mehr direkter Teil des Filmes sein kann, weil sie bei einem Unfall ums Leben kam. Die beherrschende Figur vor der Kamera ist ihr zweiundachtzigjähriger Gatte Homayoun Sanatizadeh, den man sich eine Art persischen Universalgelehrten vorstellen darf. Das Ehepaar überzeugte 1500 Bauernfamilien in der Provinz Kerman statt Opium Rosen anzubauen, die sie in einer Fabrik zu Rosenwasser verarbeiten. In wenigen Jahren wird dieses Projekt eine unglaubliche Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten, deren treibende Kraft die Rosenlady war. Eine inspirierende, nachahmenswerte Geschichte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets