Tariq Ali: Shadows of the Pomegranate Tree

Der Pakistaner Tariq Ali schreibt historische Romane über entscheidende Momente der islamischen Geschichte. Shadows of the Pomegranate Tree beschäftigt sich mit der Rückeroberung Andalusiens durch Isabella und Ferdinand. Ich lese ihn deshalb als Einstimmung für meine Andalusien-Studienreise im letzten Monat. Der Roman beginnt brutal mit einer riesigen Bücherverbrennung durch die Inquisition. Deren Ziel: Die Auslöschung des grandiosen kulturellen Erbes durch die Vernichtung fast aller gelehrten Schriften.

Im Mittelpunkt der Handlung steht das Dorf Banu Hudayl, genauer dessen islamische Herrschaft. Der Alltag dieser bunten moslemischen Aristokratenfamilie endet mit einem brutalen Massaker durch ein christliches Ritterheer. Ali verschweigt auch die Schattenseiten der islamischen Herrschaft nicht, sondern versucht ein ausgewogenes Bild der historischen Situation zu zeichnen. Ästhetisch ist der Text nicht aufregend: Er setzt ausschließlich auf eine realistische Erzählweise. Der literarische Anspruch ist aber deutlich höher als genreüblich.

Der Roman ist ein packendes Plädoyer gegen religiösen Fanatismus und für Toleranz. Damit ist er heute aktueller als am Anfang der neunziger Jahre als er erstmals erschienen ist.

Tariq Ali: Shadows of the Pomegranate Tree: A Novel (Open Road)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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