Aktuelle Ausstellungen in Wien

Die Ausstellungs-Überraschung des verlängerten Wochenendes kommt heute unerwartet: Ich will in das Winterpalais des Prinz Eugen zwecks Zweitbesuch. In den Barockräumen wird dieser Tage allerdings Gegenwartskunst ausgestellt, die einen geistreichen Kontrapunkt zur Pracht der Innenarchitektur bildet. Betitelt ist die Aktion mit Vienna for Art’s Sake! und sie ist unbedingt sehenswert. (Bis 31.5.)

Ganz anders als die Leistungsschau Destination Wien 2015 in der Kunsthalle. Die Exponate wirken lieblos zusammengestellt und der Besucher bleibt oft ratlos. Ich jedenfalls hatte den Eindruck, Derartiges schon oft gesehen zu haben. Die Beliebigkeit ist ja überhaupt der Fluch der Gegenwartskunst. (Bis 31.5.)

Das Wien Museum setzt seine Reihe anregender kulturgeschichtlicher Ausstellungen fort und beleuchtet jetzt den Mythos Galizien. Die Schau ist eine Kooperation und war bereits in Krakau zu sehen. Sogar The Economist brachte einen Artikel darüber. Interessant ist das Thema nicht nur wegen der Bedeutung dieser Region für das kaiserliche Wien, sondern angesichts der Ukrainekrise drängen sich auch aktuelle Bezüge auf. Galizien wird einem mit einer Fülle an Materialien aus unterschiedlicher Perspektive nahe gebracht. Ich etwas wusste nichts von der enormen Erdölförderung dort. Österreich rutschte damals deshalb sogar auf die Nummer 3 der weltweiten Erdölproduzenten hinter USA und Russland vor. (Bis 30.8.)

Eine historische Ausstellung ist auch im Unteren Belvedere zu sehen: Europa in Wien. Der Wiener Kongress 1814/15. Dem Thema nähern sich die Kuratoren durch Gemälde, aber auch durch Materialien wie Karten und Büchern. Der Fokus liegt ausschließlich auf der klassischen Geschichtsschreibung. So werden etwa die Teilnehmer (oft nebst Gattinnen) anhand von Porträts ausführlich präsentiert. Eine weitere Linse durch die stärkere Einbeziehung soziokultureller Elemente wäre wünschenswert gewesen. Ich empfehle aber trotzdem einen Besuch sowie die Benutzung des ausführlichen Audioguides. (Bis 21.6.)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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