Wolfram Lotz: Die lächerliche Finsternis

Akademietheater 19.4. 2015

Regie und Bühne: Dusan David Parizek

mit
Catrin Striebeck
Stefanie Reinsperger
Dorothee Hartinger
Frida-Lovisa Hamann

Lotz‘ letztes Drama in Wien, Nachrichten aus dem All sah ich leider nicht. Die positive Kritik kann ich nun aber indirekt nachvollziehen, denn Die lächerliche Finsternis ist ein gelungenes Stück Gegenwartsdramatik. Lotz‘ Theatertext geht völlig eigenständige Wege, indem er Gegenwartsbezug & Groteske, Sarkasmus & Surrealismus originell verknüpft und das Ganze noch in den Kontext eines Klassikers stellt: Joseph Conrads Heart of Darkness.

Zwei deutsche Soldaten sind surrealerweise auf dem Fluss (sic!) Hindukusch in den Regenwäldern Afghanistans unterwegs, um einen durchgeknallten Kollegen zu eliminieren. Der Weg dorthin ist mit diversen abstrusen Szenen angereichert. Am Beginn des Abends erzählt ein somalischer Pirat vor dem Hamburger Landgericht noch seine Lebensgeschichte – in breitem Wienerisch. Das ist einerseits hoch komisch, regt andererseits durch den Verfremdungseffekt aber auch zum Nachdenken an.

Furiose Verwandlungskünstlerinnen und sind die vier Schauspielerinnen des Abends, welche sich nicht nur alle Rollen teilen, sondern auch noch die notwendigen Geräusche produzieren.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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