Henry Kamm: Dragon Ascending. Vietnam and the Vietnamese

Knapp dreißig Jahre berichtete Henry Kamm für die New York Times aus und über Südostasien. Seine Erkenntnisse über Vietnam hat er in dieses Buch gepackt. Ich zweifelte kurz, ob ein Buch aus dem Jahre 1996 aktuell genug für meine Reisevorbereitung sei, entscheid mich dann aber nach nur wenigen Seiten schnell für dessen Lektüre. Die einzelnen Kapitel sind sehr abwechslungsreich: Das Spektrum reicht von journalistischen Porträts Intellektueller über historische Kapitel bis hin zu politischen und wirtschaftlichen Analysen.

Als ich damit begann, mich auf meine Vietnam Studienreise vorzubereiten, wusste ich am meisten über den Vietnamkrieg. Die französische Kolonialgeschichte davor und die Nachkriegszeit kannte ich nur rudimentär. Immer wenn man in die Kolonialzeit hinein zoomt, ist das Ergebnis erschreckend. Ein gutes Beispiel für die französische Mentalität damals bezüglich der Vietnamesen gibt dieses Zitat aus der Zeitung Le Temps:

Profoundly egoistical and cowardly, this vicious and degraded race will not get used to our domination until we hold it on our leash. To apply French laws to a people that has always marched under the cane, to address it with proclamations while it never received anything but orders, is to make a mockery of our system and to destroy our influence.
[S. 94]

Kamm beschreibt ausführlich die Ereignisse und die Schwierigkeiten nach dem Abzug der Amerikaner als der kommunistische Norden den Süden Vietnams übernimmt: Es prallen unterschiedliche Kulturen, Wirtschaftssysteme und Mentalitäten aufeinander. Ich bin gespannt, ob sich dieses Nord-Süd-Gefälle während meiner Reise immer noch bemerkbar machen wird.

Henry Kamm: Dragon Ascending. Vietnam and the Vietnamese (Arcade Publishing)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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