Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal

Vor gut zwei Monaten las ich den neuen Roman Wilhelm Genazinos und stelle fest: Es sind mir kaum Details im Gedächtnis geblieben. Vermutlich liegt das daran, weil der Autor immer wieder dasselbe Buch schreibt: Ein Intellektueller Ich-Erzähler fortgeschrittenen Alters ist in einer Lebens- und Beziehungskrise. Mal ist der Beruf des Betroffenen origineller, mal weniger. Jetzt ist es ein studierter Philosoph, der sich mit diversen Jobs über Wasser halten muss und schließlich bei einer schäbigen Provinzzeitung landet. Er ist selbstverständlich auch nicht der erste Lokaljournalist in Genazinos Werk.
Höhepunkt ist einmal mehr in diesem Text die urbane Beobachtungskunst. Nach der Lektüre promeniert man einige Tage mit offeneren Augen durch die Stadt. Bei Regen im Saal birgt also keine Überraschungen. Ich habe es gerne gelesen.

Wilhelm Genazino: Bei Regen im Saal Roman (Hanser)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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