Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach

Filmcasino 26.12. 2014

SE/NO/F/D 2014

Regie: Roy Andersson

Der Film gibt sich als Komödie aus und ist das etwa in der Art wie Becketts Warten auf Godot eine Komödie ist: Eine verstörende Abrechnung mit der Menschheit, die stellenweise verzweifelt-komisch daher kommt. Eine seltsame Mischung aus Kaurismäki, Bergman und Kafka ist dieser Reigen an in Beigetönen gehalten Szenen. Zusammengehalten durch gemeinsame Figuren und wenige Handlungsstränge zeigen sie Menschen in überwiegend grotesken, teils surrealen Situationen. Gegen Ende dann ein verstörendes Traumbild, welches an Kafkas In der Strafkolonie erinnert. Die Filmsprache ist selbst für einen Autorenfilm anspruchsvoll: Zwei junge Zuseherinnen waren damit so überfordert, dass sie das Kino vorzeitig verließen. Ein sperriges Kunstwerk, das völlig zurecht dieses Jahr den Goldenen Löwen in Venedig bekam.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets