Wien im Ersten Weltkrieg

Wien Museum 8.12. 2014

Sehr umfangreich ist sie nicht, die aktuelle Ausstellung im Wien Museum. Der Untertitel Stadtalltag in Fotografie und Grafik fasst die gezeigten Exponate gut zusammen. Wie wirkte sich der Erste Weltkrieg auf die Wiener aus? Zu sehen sind einige der Jubelbilder am Beginn des Krieges, Schwerpunkte der Schau sind allerdings die zahlreichen Übel, die sich bald einstellen. Hunderttausende an Kriegsflüchtlingen und Kriegsgefangenen kommen nach Wien und lösen neben zahlreichen logistischen Problemen auch viele Ressentiments aus. Dem „normalen“ Wiener ging es schon unter normalen Umständen schlecht, das zugewanderte Elend machte alles noch viel schlimmer. Frappant sind die Zitate aus den damaligen Polizeiberichten, die groß an die Ausstellungswände geschrieben sind, und die bescheidene Stimmung der Bevölkerung bestens zusammenfassen.

Weitere Themenschwerpunkte sind – neben den bereits erwähnten – die Lazarette in Wien (mit hübschen Propagandafotos), die Auswirkungen auf Kinder und Frauen, Kultur und Unterhaltung sowie die Kriegswirtschaft. Dazu werden Rationierungen und kreative Materialverwendung anhand von Beispielen vorgeführt. Die Kriegsgewinnler kommen völlig zu kurz.

Die Zahl der Fotos hält sich in Grenzen. Sie werden, schon alleine wegen des Größenunterschieds, von den zahlreichen bemerkenswerten Plakaten und Aushängen dominiert. Darunter sehr hübsche:

„Sammelt Knochen! Kein Knochen darf verloren gehen!“
(Wiener Magistrat, Abteilungen VI, 1917)

(Bis 18.1.)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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