Diego Velázquez und Alberto Giacometti

Kunsthistorisches Museum Wien (15.11. 2014)
Leopold Museum Wien (8.11. 2014)

Das Kunsthistorische Museum hat viele Gemälde des Diego Velázquez‘ in seiner Sammlung, weshalb sich eine Werkschau beinahe aufdrängt. Wer allerdings die Gelegenheit hat, sollte sie sich nicht im Rahmen der aktuellen Blockbuster-Ausstellung ansehen. Im normalen Museumsbetrieb kann man sich ihnen fast immer ungestört widmen, während sich jetzt Menschenmassen davor drängen. Ich beschränke mich also auf die Besichtigung der vielen Leihgaben (Madrid, Berlin, Dresden, Boston, London…). Interessant der erste Raum mit dem Frühwerk, das beeindruckend veranschaulicht, wie schnell der junge Velázquez seinen Stil fand. Auffällig auch, wie wenig ihn religiöse Malerie interessierte, was für einen Barockmaler sehr ungewöhnlich war: Nur etwa ein Zehntel seiner Werke zeigen religiöse Motive. Mehr als tolle Gemälde bietet die Schau aber nicht: Es fehlt jeglicher übergreifende konzeptuelle Rahmen. Das berühmteste Bild des Malers, Las Meninas, ist nur in einer großen Reproduktion zu sehen.
(Bis 15.2.)

Ein paar Schritte weiter, im Museumsquartier, zeigt das Leopold Museum eine umfangreiche Werkschau Alberto Giacomettis. Seine stiftählichen späten Skulpturen faszinieren mich seit ich sie das erste Mal sah. Völlig unbekannt war mir bisher das frühe und mittlere Werk des Künstlers, das von den Kuratoren vorbildlich aufbereitet ausgestellt wird: Es finden sich nicht nur repräsentative Beispiele aus jeder Schaffensperiode, es sind auch Werke anderer Künstler zu sehen, welche den kunsthistorischen Kontext ergänzen. Abgerundet wird die Kunst durch Atelierfotos und eine Filmdokumentation. Sehr sehenswert!
(Bis 26.1.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets