Mozart: Die Zauberflöte

Wiener Staatsoper 17.6. 2014

Regie: Moshe Leiser, Patrice Caurier

Sarastro: Brindley Sherratt
Tamino: Benjamin Bruns
Königin der Nacht: Iride Martinez
Pamina: Valentina Nafornita
Papageno: Nikolay Borchev
Monostatos: Thomas Ebenstein

Mit dieser Neuinszenierung aus dem Jahr 2013 hat die Wiener Staatsoper einen veritablen Bock geschossen: Es wurde eine mittelmäßige Inszenierung durch eine miese ersetzt. Die Zauberflöte ist aufgrund der Inkonsistenz und der vielen Anachronismen ein schwieriges Stück. Die Regie wirkt als hätte sie sich das Ziel gesetzt, die Inkohärenz des Librettos durch Beliebigkeit auf der Bühne zu betonen. Es ist nämlich keine tragende Idee zu erkennen. Die Skala reicht von tollpatschig über märchenhaft bis hin zu pathetisch. Unpassende groteske Einlagen nicht zu vergessen. Wer im Jahr 2013 einen Monostatos noch schwarz geschminkt mit Kraushaarperücke auftreten lässt, der hat als Opernregisseur ohnehin den Beruf verfehlt.

Erschwerend kommt noch die mäßige musikalische Qualität des Abends hinzu. Während Benjamin Bruns als Tamino und Valentina Nafornita als Pamina eine gute Leistung bringen, regiert sonst das vokale Mittelmaß. Die Rachearie wird mit der Wucht eines Wiegenliedes vorgetragen und der Sarastro des Brindley Sherratt ist wenig ausdrucksstark.

Man kann nur hoffen, dass diese wichtige Säule des Staatsopernrepertoires bald eingemottet wird.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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