„Die Walküre“ im neuen Linzer Musiktheater

Linzer Musiktheater 29.3. 2014

Regie: Uwe Eric Laufenberg
Musikalische Leitung: Dennis Russell Davies

Siegmund: Michael Bedjai
Sieglinde: Sonja Gornik
Hunding: Albert Pesendorfer
Wotan: Duccio dal Monte a.G.
Fricka: Karen Robertson
Brünnhilde: Elena Nebera

Bruckner Orchester Linz

Vor ziemlich genau einem Jahr, am 11. April 2013, wurde das neue Linzer Musiktheater eröffnet. Eineinhalb Stunden mit dem Zug von Wien entfernt und in Gehreichweite des Bahnhofs, könnte es selbst von der Hauptstadt aus gesehen eine interessante Bereicherung der Opernlandschaft sein. Um diese Hypothese zu überprüfen, verbrachte ich das letzte Wochenende in Linz, gemeinsam mit einer guten Karte für Die Walküre. Ein ambitioniertes neues Opernhaus nimmt sich selbstverständlich gleich Wagners Ring zu Beginn vor. Das Gebäude stammt vom britischen Architekten Terry Pawson und gefällt mir gut. Die versetzten Fassadenteile bewirken, dass der Bau nicht protzig wirkt. Das Glas sorgt für Transparenz, auch wenn es zur Hauptspielzeit am Abend draußen natürlich meistens dunkel ist. Innen ist alles sehr großzügig gestaltet. Die Sitze sind deutlich bequemer als in der Wiener Staatsoper und die Technik ist auf dem neuesten Stand. So sehe ich wie im Flugzeug einen kleinen Monitor vor mir, der mit einem Touchscreen ausgestattet ist und mich namentlich begrüßt. Während der Vorstellung kann man hier das Libretto mitlesen, aber auch durch Besetzung und Inhaltsangabe blättern. Trotz dieses Komforts wird zusätzlich über der Bühne der Text eingeblendet, eine Redundanz, die mir nur bedingt einleuchtet.

Meine Erwartung an die Provinz-Walküre waren moderat und sie wurden übertroffen. Vokal war das Gebotene mit Ausnahme der Walküren zweitklassig. Nicht wirklich schlecht, aber es gab eigentlich bei jedem der Sänger etwas auszusetzen. Dem Wotan fehlte die Kraft, der Fricka die Inspiration, der Brünnhilde eine gute Phrasierung und Siegmund hat sich bereits vor Beginn wegen einer Erkältung entschuldigen lassen. Am besten war noch Albert Pesendorfer als Hunding. Den Abend gerettet hat allerdings das Bruckner Orchester. Dennis Russell Davies wählt einen für die Die Walküre ungewöhnlichen Zugang: Er nimmt die Emotionen zurück, was sicher nicht allen Wagnerfreunden gefällt. Das Ergebnis war aber eine intelligente und transparente Interpretation der Partitur. Selten hörte ich die Leitmotive so klar herausgearbeitet wie hier in Linz. Das Niveau der Musiker war sehr erfreulich. Man kann die Linzer zu diesem Orchester nur beglückwünschen. Ach ja, die Inszenierung ist nicht erwähnenswert.

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"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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