Jean Vigo: L’Atalante (1934)

Sieht man L’Atalante zum ersten Mal, ist man durch den ästhetischen Stilmix verblüfft. Ein junges Ehepaar tritt auf einem Schiff mit einer schrägen Crew seine Hochzeitsreise nach Paris an. Sie streiten, trennen und versöhnen sich. Vigo setzt formal gleichzeitig auf einen soliden Naturalismus, der sich an vielen Stellen des Films bemerkbar macht. So dreht er viele Szenen draußen auf dem Schiff, nachdem der Film benannt ist, und in Paris statt im Studio. Seine Figuren sind so realistisch, dass manche davon unappetitlich wirken. Gleichzeitig gibt es aber immer wieder surreal wirkende Effekte. Wie Vigo an die Filmkunst herangeht, prägte zweifelsfrei den französischen Nachkriegsfilm sehr. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum L’Atalante inzwischen zu den wichtigsten Klassikern der Filmgeschichte gezählt wird. Die schonungslose Darstellung des jungen Ehepaars samt ihres Sexuallebens zählt sicher ebenso dazu.

L’Atalante (DVD)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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