Godard: À bout de souffle (1960)

Der erste „richtige“ Spielfilm des Jean-Luc Godard verblüffte die Filmwelt durch seine ungewöhnliche Ästhetik. Der junge Jean-Paul Belmondo spielt einen Kleinkriminellen, dessen aufgesetzte Coolness man ihm nur selten abnimmt. Formal ist der Film durch seine Schnitte und die mangelnde Rücksicht auf Genreregeln sicher spannend. Erstaunlich ist auch, dass er mehr als fünfzig Jahre nach seiner Entstehung immer noch avantgardistisch und modern wirkt. Ich sehe zwar den ästhetischen Einfluss auf das spätere Filmschaffen: Persönlich spricht mich À bout de souffle aber nur wenig an.

Außer Atem (DVD)

Eine Antwort auf Godard: À bout de souffle (1960)

  • Interessant ist der Vergleich mit May Spils/Werner Enke, Zur Sache Schätzchen. Beide behandeln existenzialistische Kernfragen, einmal der verbrecherische Junge, der ziellos sich verliert und scheitert, scheitern muß. Auf der anderen Seite der ebenfalls ziellose, aber immer Herr der Lage bleibende Junge, der nicht offen bekämpft (also zum Verbrecher wird), sondern mit List und Tücke „chinesisch“ vorgeht, den Feind aufs Dach lockt und die Leiter wegzieht. Der erste langweilig und uninspirierend, der andere zur Identifikation einladend, ein Kassenschlager und vor allem Longseller.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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