Grand Budapest Hotel

Filmcasino 8.3. 2014

USA 2014
Regie: Wes Anderson

Der bisher eigenwilligste Film des Wes Anderson. Das liegt weniger an den bekannten visuellen Manierismen, die er auch in seinem neuen Werk ausgiebig ausbreitet. Etwa fahrende Kameras, welche gehende oder laufende Figuren begleiten. Das Seltsame des Films dessen fiktionaler Raum. Das Land, in dem das Grand Budapest Hotel liegt, heißt Zubrowka. Es liegt irgendwo in Osteuropa und wirkt durch und durch habsburgisch, auch wenn das in den dreißiger Jahren der Handlung eigentlich gar nicht mehr möglich ist. In Interviews und im Abspann weist Anderson uns darauf hin, dass vieles von Stefan Zweig inspiriert ist. Die Atmosphäre erinnert tatsächlich an Die Welt von gestern: Sie ist charmant verklärt und grotesk. Die fiktiven Nazis sind mehr Tölpel als bedrohlich. Bedauerlich, wenn man an Zweigs Selbstmord denkt, und einer der Schwachpunkte des Films.
Zu diesen zähle ich auch die belanglose Handlung rund um den „Diebstahl“ eines Gemäldes, und die damit zusammenhängenden Entwicklungen. Ein intelligenterer Plot hätte dem Werk gut getan. Die Stärken des Streifens liegen woanders: Im schrägen Humor, dem kreativen Einfallsreichtum, dem visuellen Bildwitz und der schauspielerischen Leistung.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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