John Eliot Gardiner über Johann Sebastian Bach

Wenn einer der besten Dirigenten über einen der besten Komponisten schreibt, verdient das natürlich Aufmerksamkeit. George B. Stauffer las Gardiners neues Buch für die New York Review of Books. Bemerkenswert ist, dass Gardiner versucht – trotz schlechter Quellenlage – die dunklen Seiten von Bachs Biographie herauszuarbeiten:

Moving beyond the hagiographies of the past, he presents a fallible Bach, a musical genius who on the one hand is deeply committed to illuminating and expanding Luther’s teachings through his sacred vocal works (and therefore comes close to Spitta’s Fifth Evangelist), but on the other hand is a rebellious and resentful musician, harboring a lifelong grudge against authority—a personality disorder stemming from a youth spent among ruffians and abusive teachers. Hiding behind Bach, creator of the Matthew Passion and B-Minor Mass, Gardiner suggests, is Bach “the reformed teenage thug.” In the preface we read: “Emphatically, Bach the man was not a bore.” Neither is Gardiner.

Gardiner versucht Bachs „dunkle“ Geschichte mit Hilfe des Vokalwerks zu rekonstruieren. Das Instrumentalwerk spielt keine Rolle, was natürlich methodisch ebenfalls fragwürdig ist.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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