Mozart: Cosi fan tutte

Wiener Staatsoper 20.1. 2014

Dirigent: Patrick Lange
Regie: Roberto de Simone

Fiordiligi: Caroline Wenborne
Dorabella: Margarita Gritskova
Guglielmo: Alessio Arduini
Despina: Sylvia Schwartz
Don Alfonso: Pietro Spagnoli

Cosi fan tutte zählt zu meinen Lieblingsopern überhaupt, nicht nur von Mozart. Dafür gibt es mehrere Gründe: Musikalisch gehört sie zu den eindruckvollsten Werken Mozarts und was die mitreißenden Ensembleszenen angeht, wird dieses Niveau in der Opernliteratur nicht oft erreicht.
Gleichzeitig reflektiert die Oper intelligent die Zeit der Aufklärung. Zwar ist die Handlung vordergründig sehr boshaft und spiegelt das Machotum des 18. Jahrhunderts wider. Trotzdem ist der „experimentelle“ Umgang mit Geschlechterbeziehungen etwas Neues. Goethes Die Wahlverwandtschaften schlagen in dieselbe Kerbe. Das pragmatische Happy End, welches menschliche Schwächen weise akzeptiert, ist heute noch eine Ausnahme.
Die langweilige Inszenierung ist eigentlich keine Erwähnung wert. Wie witzig man Cosi fan tutte auf die Bühne bringen kann, zeigte Doris Dörrie in Berlin.
Sehr erfreulich ist einmal mehr die musikalische Qualität. Caroline Wenborne springt als Fiordiligi für die erkrankte Barbara Frittoli ein. Die Ensembleszenen werden sehr harmonisch gesungen anstatt agonal wie sonst so oft auf der Opernbühne.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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