Ingmar Bergman: Persona (1966)

Persona ist einer der furiosesten Filme des Depressionsspezialisten Ingmar Bergman. Bereits in den ersten Sekunden sieht man, wie ein Schaf geschlachtet und ein Nagel durch eine Hand geschlagen wird, um nur zwei Szenen der schnell geschnittenen Eröffnungssequenz zu erwähnen.
Der Film ist fast durchwegs in einem ontologischen Schwebezustand gehalten. Was real, was geträumt, was ein Film im Film ist, kann man nie mit Sicherheit feststellen. Klare formale Marker gibt es dafür nicht. Trotzdem entwickelt sich die Geschichte der neurotisch stummen Schauspielerin Elisabet Vogler und ihrer Krankenschwester Alma einigermaßen chronologisch. Im Laufe der Zeit wird die psychisch Kranke Elisabet immer gesünder und ihre Pflegerin Alma psychisch immer labiler.
Die Ambivalenz auf der formalen wie auf der inhaltlichen Ebene generieren die Rätselhaftigkeit des Films. Diese ästhetische Kompromisslosigkeit ist ebenso beeindruckend wie die düstere Atmosphäre des Werks.

Persona (DVD)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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