Detroit – Ruin of a City

Filmcasino 12.1. 2014

USA 2005
Regie: Michael Chanan & George Steinmetz

Ein strahlender Wintersonnentag in Wien und die Wiener stürmen das Filmcasino trotzdem wie einen Dönerladen nach der Hungersnot. Die Logistik brach zusammen, der Dokumentarfilm konnte erst eine halbe Stunde später starten. Zuvor gab es noch die kurze Einführung eines Verantwortlichen, dessen Gebaren man sich wohl am besten mit einigen Bier zum Sonntagswienerschnitzel erklärt.

Der Film selbst bringt viele sehenswerte Materialien über Detroit, greift dafür allerdings uninspiriert auf die üblichen Genrekonventionen zurück. Anders als der Titel andeutet, liegt der Schwerpunkt des Streifens auf der Geschichte der Stadt und den Fordwerken. Die Gegenwart wird vor allem durch ausgiebige Autofahrten mit Interviews und Gesprächen mit Experten abgedeckt. Einer der Hypothesen, die aufgestellt werden: Wäre Detroit eine weiße Großstadt gewesen statt eine „schwarze“, hätte es die Politik nie so weit kommen lassen.
Wie Detroit zur amerikanischen Dekadenzikone und zum Verfallssymbol geworden ist, hätte ich mir ausführlicher analysiert gewünscht. So ist der Film mehr ein Beitrag zu diesem Phänomen als eine adäquate Aufarbeitung dieser spannenden Dimension.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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