Das jüdische Wien und Richard Wagner

Jüdisches Museum 5.1. 2014

Diese Ausstellung verdanken wir natürlich noch dem Wagnerjahr und, wie alle Ausstellungen des Hauses in den letzten Jahren, ist sie sehr solide zusammengestellt. Zwar gibt es für Wagnerwissende nur bedingt Neues, aber man trifft doch viele alte Bekannte wieder. Die Wiener Aufführungsgeschichte hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht. Allerdings wurden Mahlers Inszenierungen mit Alfred Roller für die Wiener Hofoper schon oft thematisiert. Einiges dazu ist zu sehen, auch die Opernzettel früher Aufführungen. Man wird mit den Wiener Wagnervereinen ebenso bekannt gemacht wie mit diversen Kuriositäten: So gab es Firmen, die mit Hilfe des Parsifal Nahrungsmittel an den Wiener bringen wollten.
Selbstverständlich wird der Antisemitismus Wagners rezeptionsgeschichtlich aufgearbeitet, speziell die Wirkungsgeschichte bei den Nationalsozialisten. Erschreckend der Videozusammenschnitt mit der Rechtfertigung der Winifried Wagner, dieses fürchterlichen Weibes. Am Ende der Schau steht die Diskussion in Israel.
Exemplarisch herausgearbeitet ist ebenfalls der Einfluss von Wagners Werk auf die Popkultur. Zu sehen sind deshalb Filmausschnitte aus Star Wars und dem Lord of the Rings. Für mich eine gelungene verspätete Abrundung des Jubiläumsjahres.
(Bis 16.3.)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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