Michelangelo Antonioni: L’Avventura (1960)

Was wie ein harmloser Yachtausflug mit Freunden beginnt, entwickelt sich in ein seltsames Rätsel: Anna verschwindet spurlos auf einer der äolischen Inseln, die als Ausflugsziel dient. Die Suche verläuft vergeblich und für den Zuseher nimmt der Film eine leicht surreale Atmosphäre an. Annas Freund Sandro bekommt einen Hinweis, dass Anna in Palermo gesehen wurde. Als er sich mit Annas Freundin Claudia auf den Weg macht, sind wir plötzlich in einem sizilianischen Roadmovie. Die beiden kommen sich dabei naturgemäß näher. Die letzte Station ist Taormina, wo die bessere Gesellschaft im Hotel eine Party gibt. Sandro betrügt Claudia mit einer Schauspielerin und ist am Ende ganz zerknirscht als er von ihr damit konfrontiert wird.
Spannender als die Handlung ist bei L’Avventura allerdings die Form. Die leicht surreale Atmosphäre erwähnte ich bereits. Darüber hinaus verweigert sich Michelangelo Antonioni vielen filmischen Konventionen. So gibt es lange Passagen, wo vermeintlich nichts Handlungsrelevantes passiert. Das zwingt den Zuseher dazu, sich auf das Visuelle und auf das Gefühlsleben der Figuren zu konzentrieren.

L’Avventura (DVD)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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