Francis Ford Coppola: Godfather (1972)

Die Filmwelt ist sich einig: Godfather sei einer der besten Filme aller Zeiten! Als ich ihn nun nach langer Zeit wieder sehe, verwundert mich dieses Urteil. Ja, der Film ist handwerklich makellos gedreht. Ja, der Film zeigt eine große Liebe zum Detail. Ja, der Film ist für das Gangstergenre ungewöhnlich komplex.
Trotzdem trieft der Film doch von Klischees über diese ehrenwerte Mafiamännerwelt. Manche der Figuren kommen mir parodistisch vor, was zum Realismuslob, das man dem Film immer spendet, so gar nicht passen will. Mein größtes Problem ist aber ästhetisch: Große Kunst erzeugt meist Widerstände, die es zu überwinden gilt. Sei es eine ungewöhnliche neue Form, sei es eine neue intellektuelle Perspektive: Große neue Kunst ist anders. Vergleicht man nun Godfather mit vielen anderen der hier kurz besprochenen Filmklassiker, so ist er in Wahrheit hoch konventionell. Vielleicht muss ich ihn noch öfters ansehen, um hinter sein großes Geheimnis zu kommen: Dieses Mal fand ich Godfather als Kunstwerk nur bedingt überzeugend.

Godfather (Blue-ray)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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