Martin Scorsese: Taxi Driver (1976)

Visuell ein hoch beeindruckender Großstadtfilm: Die Taxifahrten des Travis Bickle durch das nächtliche New York werden kongenial in Szene gesetzt. Selten sah man die Verkommenheit einer Großstadt in ästhetischere Bilder verpackt. New York in den Siebzigern war nach diversen Dimensionen tatsächlich eine Problemstadt. Scorsese porträtiert die unappetitliche Seite Manhattans mit einer ähnlichen Akribie wie Woody Allen damals zeitgleich das Präbobomilieu. Wenn man die Stadt durch Filme verstehen will, ergänzen sich beide Regisseure optimal. Abgesehen von dem angedeuteten ästhetischen Naturalismus von Taxi Driver liegt seine Stärke in der moralischen Ambivalenz. Als Travis schwer bewaffnet zu seinem Feldzug gegen Kleinkriminelle aufbricht, gibt es ein Blutbad, an dem heute Quentin Tarantino sicher noch seine Freude hat. Dieser Brutalität steht das Ende des Films gegenüber, wo Travis von der Presse als Held gefeiert wird. Der Zuseher bleibt zwiespältig zurück.

Taxi Driver (Blu-ray)

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