Vittorio De Sica: Ladri di Biciclette (1948)

Trist, elend und dreckig ist das Rom des Jahres 1948, in das uns Vittoria De Sica führt. Die meisten Menschen sind arm und fristen mühsam ihr Leben. Darunter auch Antonio Ricci, dessen Leben aber eine scheinbare Wende nimmt als er Arbeit als Plakatkleber findet. Unter Opfern treibt er das dafür notwendige Fahrrad auf. Prompt wird es ihm bereits am ersten Tag gestohlen.
Im Zentrum des Films steht die verzweifelte Suche Ricchis nach den Fahrraddieben. Begleitet wird er dabei von seinem kleinen Sohn. De Sica zeigt nun Rom und dessen Bewohner aus unterschiedlichsten Perspektiven. Selbst als er den Dieb schließlich findet, stellen sich dessen Nachbarn schützend vor ihn. Mangels Alternativen stiehlt Ricci am Ende selbst ein Rad, wird aber erwischt und demütigend laufen gelassen. Der Film endet ohne happy end.
Ladri di Biciclette ist ein „neorealistischer“ Film im besten Sinn. Er beschönigt nichts, zeigt wie sich die Armen untereinander schaden und von welchen Kleinigkeiten – ein Fahrrad! – Existenzen abhängen. Drei Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieg dreht sich alles um ein Fahrrad. Was sagt uns das?

Fahrraddiebe (2 DVDs)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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