Molière: Tartuffe

Wiener Festwochen / Akademietheater 21.6. 2013

Regie: Luc Bondy

Orgon: Gert Voss
Elmire, seine Frau: Johanna Wokalek
Damis, sein Sohn: Peter Knaack
Marianne, seine Tochter: Adina Vetter
Madame Pernelle, seine Mutter: Gertraud Jesserer
Cléante, sein Schwager: Philipp Hauß
Valère, verlobt mit Marianne: Peter Miklusz
Tartuffe: Joachim Meyerhoff
Dorine, Mariannes Zofe: Edith Clever

Überlasst die Dummheit den Extremisten! (Orgon)

Molières Komödie um den religiösen Heuchler Tartuffe, der den naiven Gläubigen Orgon ausnutzt wie Foxconn chinesische Wanderarbeiter, könnte aktueller nicht sein. So konventionell das Stück formal gebaut ist, so frech ist es inhaltlich. Ein Jahre langes Verbot war die Folge, trotz des für Ludwig XIV. sicher erfreulichen Schlusses, wo ein weiser Staat als deus ex machina alle Probleme löst.

Luc Bondy inszeniert den Klassiker Tartuffe wie eine klassische Bondy-Inszenierung. Das Bühnenbild ist realistisch und vorsichtig in die Gegenwart transponiert (Kleidung! Gegensprechanlage!). Die Besetzung ist hochkarätig und spielt auf hohem Niveau. Meyerhoff gibt den Tartuffe als eine sich windende Schlange und schlägt viel Komik aus der Figur. Ein erfreuliches Theatererlebnis, so lange man nicht, wie ich gestern, zum ersten und letzten Mal auf dem Akademietheaterbalkon sitzt, wo der Sitzkomfort noch schlechter ist als bei Iberia in der Economy Class.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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