Paris: Ausflüge

April 2013

Mit zwei Ausflügen runde ich meine ausführliche Parisreise ab. Direkt von Monets Seerosen in der Orangerie fahre ich nach Giverny zu Monets Seerosen in seinem Garten. Nun ist es immer interessant, sich dem biographischen Kontext der Künstler zu widmen, auch wenn man dessen Bedeutung für die Kunstwerke gerne überschätzt. So schlendere ich also mit einer Gruppe Japaner durch den Japanischen Garten des Impressionisten, in dem auch der berühmte Seerosenteich liegt. Der ist nun tatsächlich geschmackvoll angelegt und man kann sich Monet hier gut auf Motivjagd vorstellen.
Der weitaus größere Teil des Gartens ist eine Enttäuschung: Die vom Haus her gesehen in langen vertikalen Reihen angelegten Blumenbeete sind zwar schön bunt, strahlen aber den Charme einer Großgärtnerei aus.

Während ich durch Monets Garten bei strahlendem Sonnenschein schritt, sehe ich Versailles nur bei trübem Nieselwetter. Das mag den architektonischen Gesamteindruck ebenso trüben wie die Besuchermassen im Inneren des Schlosses. Die riesigen Dimensionen des Baus stoßen mich ästhetisch ab. Da finde ich sowohl Schloss Schönbrunn als auch das Belvedere in Wien wesentlich ansprechender. Die Gigantonomie Ludwig des Vierzehnten wurde freilich auch damit bestraft, dass er Zeit seines Lebens auf einer Großbaustelle wohnte. Die mit diversen Baustellen verunzierte Parkanlage ist beeindruckend. Hier wird keine Sichtachse dem Zufall überlassen und die in malerischen Ecken versteckten Großskulpturen sind sehr effektvoll.
Interessanter als das Hauptschloss finde ich die kleineren Bauten des Grand- und des Petit Trianon, die als private Rückzugsräume genutzt wurden und den im konträren englischen Stil angelegten Seitenpark der Marie Antoinette.

Teil 1: Paris urban

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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