Truffaut: Les Quatre cents coups (1959)

Als einer der besten autobiographischen Filme der Filmgeschichte hat Les Quatre cents coups etwas Literarisches. Ein zwölfjähriger Pariser Junge rutscht langsam, aber konsequent in die Kriminalität ab. Seine Kindheit ist auf mehreren Ebenen ein Trauerspiel. Seine Mutter hasst ihn, sein Vater ist ein wohlwollender Versager. Truffaut zeigt die Erlebnisse quasi aus „personaler“ Perspektive des kleinen Antoine Doinel, grandios gespielt von Jean-Pierre Léaud. Das Paris dieser Kindheit ist grauer und trister als es selbst in schwarz-weiß sein müsste. Eine der Stärken des Films ist der Verzicht auf Melodramatik. Antoine wird daheim nicht misshandelt, sogar die ihn verhaftenden Polizisten zeigen eine gewisse Empathie. Den Film durchzieht eine stille Verzweiflung, die ihn ausgesprochen wirkungsmächtig macht.

Truffaut: Antoine-Doinel-Zyklus (5 DVDs)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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