Eine peinliche Roboter-Ausstellung im Technischen Museum

Technisches Museum 11.5. 2013

Das Museum ist in die Jahre gekommen. Vergleicht man es mit den großen Konkurrenten in München, London oder New York, stellt man schnell fest: Es ist inzwischen das Museum eines technischen Museums. Zwar ist die Zahl und Qualität vieler Exponate beeindruckend. Das macht die altbackene Präsentation aber nicht wett.

Nun wird man mir „Zu wenig Budget!“ zurufen, aber die aktuelle Ausstellung Roboter. Maschine und Mensch? zeigt deutlich, dass es auch an intellektuellen Qualitäten mangelt. Auch hier werden durchaus attraktive Stücke gezeigt, aber weder ist das Konzept zwingend noch die textliche Aufbereitung dem Thema angemessen. Die rege philosophische Diskussion über artificial intelligence wird ausgeklammert. Die selbst von Mainstream-Medien aufgegriffenen zahlreichen ethischen Fragen werden nur erwähnt. Mit elfzeiligen Denkanstößen kratzt man nicht einmal an der Oberfläche.

Die anscheinend nicht-existente Qualitätssicherung schließlich schlägt dem Fass den Boden aus. Man setzt sich Kopfhörer vor Monitoren auf und – hört nichts. Dafür sind andere so laut eingestellt, dass selbst langjährige Discobesucher nach dem zweiten Hörsturz akustisch noch folgen können. Ein Möglichkeit zur Lautstärkeregelung suchte ich vergeblich. Der Saugroboter saugt nicht. Eine Reihe von „Außer-Betrieb“-Schildern runden diese peinlichen Schlampereien ab. Die 10 Euro für den Eintritt investiert man besser in ein gutes Buch zum Thema.
(Bis 8.12.)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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