Roberto Rossellini: Viaggio in Italia (1954)

Rossellini drehte den Film mit seiner Gattin Ingrid Bergman. Sie spielt in diesem Ehefilm die Gattin des wohlhabenden Alexander Joyce. Das Paar fährt nach Neapel, und die ungewöhnliche Muße lässt den Entfremdungsprozess der letzten Jahre ans Tageslicht treten. Kurz: Eine Beziehungsbildungsreise nach Italien, dem vorgeblich idealen Ort für Selbstfindung, wie wir spätestens seit Goethes Italienreise wissen. In edlem Schwarz-Weiss gehalten illustriert Rosselini die emotionalen Wendepunkte mit filmisch grandios eingefangenen Bildern klassischer Kultur. Die Kamera tanzt beispielsweise um die phänomenalen Skulpturen des archäologischen Museums in Neapel. Die Ausgrabungen von Pompeji dienen als beziehungsreiche Kulisse. Das eröffnet einen enormen semantischen Raum, der die Beziehungsgeschichte ins Universale transzendiert. Schade nur, dass sich am Ende ein happy end abzeichnet.

Journey to Italy (DVD)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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