Friedrich Murnau: Nosferatu, eine Symphonie des Grauens (1922)

Filmcasino 3.3. 2013
Akkordeon Festival

Live:
Stefan Sterzinger (Akkordeon)
Franz Schaden (Bass)

Die freie Adaptierung des Dracula Romans von Bram Stoker ist der wohl bekannteste frühe Horrorfilm der Filmgeschichte, auch wenn die Gruseleffekte beim zeitgenössischen Publikum oft in Komik umkippen. Murnau lehnt sich an diverse Vampirmythen an, bringt aber auch mir unbekannte Aspekte hinein, etwa, dass Nosferatu Heimaterde mitnehmen muss als er sein Gruselschloss in Transylvanien verlässt. Der Film wurde für damalige Verhältnisse mit viel Aufwand gedreht. Stefan Sterzinger und Franz Schaden entschieden sich für eine abstrakte Begleitung anstatt auf billige Horroreffekte zu setzen. Das tat dem Gesamteindruck sehr gut, weil damit die für heutiges Empfinden überzogene Horrorstummfilmästhetik musikalisch gedämpft wurde.

2 Antworten auf Friedrich Murnau: Nosferatu, eine Symphonie des Grauens (1922)

  • BigBen sagt:

    Das ist für mich nach wie vor die beste Verfilmung des Stoffes. Alles was später kam, ist nur ein billiger Abklatsch (außer eventuell Polanskis „Tanz der Vampire“ ;-) ).

  • pellicciaio sagt:

    der „export“ von heimaterde findet sich (wenn ich mich recht entsinne) schon in stokers roman. tatsächlich hat murnau mit seinem film dem vampirgenre einige wichtige und bis heute gültige aspekte hinzugefügt, wie etwa den umstand, dass der vampir buchstäblich zu staub zerfällt, als ihn der erste sonnenstrahl im morgengrauen trifft. (werner herzog war dagegen in seinem remake bzw. seiner hommage an murnaus klassiker in diesem punkt näher an stokers vorlage: nosferatu stirbt zwar, zerfällt aber nicht zu staub.)
    allerdings sind murnau im film auch einige fehler unterlaufen, die dem vampirtopos widersprechen, denn vampire haben beispielsweise weder spiegel- noch schattenbild. so etwa zeigt murnau gegen ende des films den schatten des vampirs an der wand (wohl zur spannungsteigerung), als dieser die treppe zu ellens zimmer hochsteigt.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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