Carl Theodor Dreyer: Gertrud (1964)

Schwer zu sagen, ob Gertrud ein Meisterwerk des Films und ein Meisterwerk des Kitsches ist. Für den Streifen spricht: Er ist ein Unikat. Kammerspielartig wird in dem Film mit überwiegend gedrechselten Sätzen über Gefühle geredet und geredet und geredet. Gertrud, Angehörige der dänischen Oberschicht, will ihren Mann verlassen, was gleich zu Beginn wortreich besprochen wird. Grund dafür ist ein junger Musiker, der Gertrud aber nur als Abenteuer sieht. Schließlich tritt noch ein alter, enttäuschter Verehrer auf, natürlich ein berühmter Dichter. In schwarz-weißen Innenräumen regiert das Sentiment. Die Länge der Einstellungen erinnert wie die Dialoglastigkeit an das Theater. Filmgeschichtlich ein spannender Film, aber kein für mich gedrehter.

Gertrud (DVD)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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