Bernhard: Der Ignorant und der Wahnsinnige

Burgtheater 7.2. 2013

Regie: Jan Bosse

Königin der Nacht: Sunnyi Melles
Vater: Peter Simonischek
Doktor: Joachim Meyerhoff
Frau Vargo/Kellner Winter: Stefan Wieland

Nach dem Heldenplatz ist Der Ignorant und der Wahnsinnige wohl das bekannteste Stück Bernhards. Grund dafür ist der „Skandal“ bei der Premiere auf den Salzburger Festspielen 1972. Die von Bernhard und Peymann verlangte absolute Dunkelheit am Ende wurde aus feuerpolizeilichen Gründen nicht umgesetzt. Eine zweite Aufführung gab es deshalb nicht.

Zu den besten Stücken unseres komischen Lieblingsgrantlers zählt es aber nicht. Die typische „Sogwirkung“ seiner Texte funktioniert nur bedingt und die beiden semantischen Hauptthemen Medizin/Anatomie und Oper sind strukturell nicht optimal verbunden. Auch deshalb zieht sich Jan Bosses Inszenierung in der zweiten Hälfte in der Länge. Die dauerhustende Sunnyi Melles ist mehr peinlich denn komisch.

Deutlich gelungener ist der erste Teil, welcher in der Operngarderobe spielt. Der Retter des Abends ist der grandiose Joachim Meyerhoff, der hoch komisch den Doktor gibt, und die erste Stunde im Alleingang bestreitet. Er alleine ist es, weshalb der Besuch dieser Inszenierung eine Überlegung wert ist.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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