Django Unchained

USA 2012
Regie: Quentin Tarantino

Dr. King Schultz: „How do you like the bounty hunting business?“ – Django: „Kill white people and get paid for it? What’s not to like?“

Tarantino, der Spezialist für hübsch in Szene gesetzte Blutbäder und zynische Dialoge, versucht sich in Django Unchained im Western Genre. Genauer: Er nimmt Genrekonventionen zum Ausgangspunkt, um diese in seine Richtung zu erweitern. Es ist eine Western-Oper (drei Stunden!) und es wundert mich nicht, dass Tarantino nun sogar im Gespräch dafür ist, in Bayreuth Wagner zu inszenieren. Es gibt sogar eine Reihe expliziter Wagner-Allusionen (Brünnhilde!). Als Opernfreund drückt diese Form der Ästhetik bei mir natürlich auf die richtigen Knöpfe, speziell wenn sie mit exzellentem Sarkasmus und edel-ironischen Sprachduktus garniert sind, wie sie Christoph Waltz als Kopfgeldjäger Dr. King Schultz grandios exekutiert.

Tarantino setzt auch dieses Mal seine Gewaltästhetik paradox ein, um den Amoralismus der amerikanischen Sklaverei zu geißeln. Drastisch zeigt er diverse Grausamkeiten und hält seinen Landsleuten ein unerfreuliches Spiegelbild vor Augen. Leonardo DiCaprio spielt hervorragend einen besonders unergötzlichen Plantagenbesitzer, der sich unter anderem die Zeit dadurch vertreibt, dass er Sklaven bis zum Tode kämpfen lässt. Die erste Hälfte fand ich überzeugender als die zweite, wo es einige Längen gibt. Gegen Ende fällt der Film noch mal ab. Trotzdem für mich einer der besten Filme des Regisseurs.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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