Barbara Denscher: Armenien. Im Schatten des Ararat

Armenien lässt mich nicht los und war damit eine nachhaltigere Reise als so manche andere. Eines der besten Bücher zur aktuellen Situation schrieb die Journalisten Barbara Denscher. In Reportagen beleuchtet sie das Land aus unterschiedlichsten Perspektiven. Von der deplorablen Lage vieler Wohnhäuser über den Untergang der institutionalisierten Wissenschaft bis hin zu Genozid-Gedenkveranstaltungen aus der Türkei vertriebener Landsleute deckt Denscher ein weites Spektrum ab. Selbst die Hintergründe der berühmten Radio-Eriwan-Witze spart sie nicht aus. Das ist exzellent recherchierter und gut geschriebener (Reise)journalismus auf hohem Niveau.

Abschließend eine berühmte Anekdote aus Armenien zum Thema Ararat als nationales Symbol:

Bei einer Konferenz, an der Vertreter der Türkei und Sowjetarmeniens teilnehmen, kam es zu einer heftigen Diskussion über dieses Wappen. Die Türken meinten, dass es nicht anginge, dass der Ararat abgebildet sei, denn dieser befinde sich in der Türkei, gehöre also den Türken. Das sei kein gültiges Argument, entgegneten die Armenier. Denn schließlich sei auf der türkischen Fahne der Mond abgebildet. Und der befinde sich, wie ja wohl allgemein bekannt sei, auch nicht auf türkischem Territorium.
[S. 45]

Barbara Denscher: Armenien. Im Schatten des Ararat (Picus)

2 Gedanken zu „Barbara Denscher: Armenien. Im Schatten des Ararat

  1. Hallo,

    das ist ein sehr interessanter Artikel. Zudem die Anekdore sehr aufschlussreich ist. Das Buch klingt sehr interessant.

    Ich werde mich hier weiter umsehen.

    Viele Grüße

    Monika

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