Ossip Mandelstam über das Lesen

Sprechen wir über die Physiologie des Lesens. Ein reiches, unausgeschöpftes und anscheinend verbotenes Thema. Von allem Stofflichen, von allen physischen Körpern, flößt das Buch dem Menschen das größte Vertrauen ein. Das auf dem Lesepult festgemachte Buch wird der Leinwand gleich, die auf den Spannrahmen gezogen ist.
Wenn wir völlig von der Tätigkeit des Lesens umschlossen sind, genießen wir hauptsächlich unsere Gattungseigenschaften, erfahren gleichsam die Ekstase einer Klassifikation unserer Wachstumsstufen.
[Armenien, Armenien S. 83]

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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