Und dann der Regen

Filmcasino 23.3. 2012

Spanien/Mexiko/F 2010
Regie: Icíar Bollaín

Nach meiner Bolivien-Reise im letzten Herbst wollte ich mir diesen in dem Andenland spielenden Film unbedingt ansehen, und tatsächlich frischte er viele meiner Reiseeindrücke auf.

Icíar Bollaín drehte einen vielschichtigen Film. Die Rahmenhandlung ist selbst ein Filmdreh. Es handelt sich also um eine Art Meta-Film. Die Filmcrew bricht nach Bolivien auf, um mit indigenen Statisten dort einen Film über Las Casas zu drehen, dessen faszinierendem Hauptwerk ich vor einiger Zeit ebenfalls eine Notiz widmete. Las Casas setzte sich als einer der ersten für die Rechte der Indianer ein und der fiktive Film sollte ihn ebenso portraitieren, wie die an den Indianern begangenen Grausamkeiten.

Gleichzeitig spitzt sich während der Dreharbeiten der Konflikt über die Wasserprivatisierung zu. Eine der Hauptfiguren wird zum Anführer der Wasserproteste, was natürlich die Beendigung des Films gefährdet. Bollaín gelingt es geschickt, einen Bogen von Kolumbus zu den aktuellen Problemen zu spannen, die ihre Wurzel ja in der Kolonialgeschichte haben. Gleichzeitig ist er unterhaltsam und spannend.

Wenn man dem Streifen etwas vorwerfen will, könnte es seine Überambitioniertheit sein. Ich sehe allerdings lieber überambitionierte Filme als intellektuell unterdimensionierte.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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