A.F.Th. van der Heijden: Die Schlacht um die Blaubrücke

Viele Literaturfreunde, deren Urteil ich schätze, schwärmen vom siebenteiligen Romanzyklus Die zahnlose Zeit des Niederländers van der Heijden. Die Schlacht um die Blaubrücke ist der Prolog dazu, ein kurzer Roman von gut 160 Seiten.

Hauptfigur und Ich-Erzähler ist Albert Egbert, ein heroinsüchtiger junger Mann. Wir begleiten ihn in Amsterdam während er Autos aufbricht, um seine Sucht zu finanzieren. Die Handlung spielt am Königinnentag am 30. April 1980. Juliana gibt ihre Thronwürde auf und Beatrix folgt ihr nach. Albert hat Pech diese Nacht: Er wird von einem im Auto schlafenden Hund gebissen. Er mäandert durch das nächtliche Amsterdam und landet schließlich bei der Gegendemonstration gegen den monarchischen Hokuspokus mitten in der Schlacht mit der Polizei um die Blaubrücke. In eingeschobenen Rückblenden erfahren wir noch einiges aus Alberts Vergangenheit.

Das alles ist gekonnt erzählt und konstruiert, hat mich ansonsten aber nicht weiter in literarische Verzückung versetzt. Sollte der nächste Teil nicht mehr zu bieten haben, wird die van der Heijden – Gemeinde auf mich als Mitglied verzichten müssen.

A.F.Th. van der Heijden: Die Schlacht um die Blaubrücke. Roman (Suhrkamp)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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