Ein Nachtgespräch zwischen Thomas Bernhard und Peter Hamm

Das in einer vermutlich alkoholreichen Nacht 1977 in Ohlsdorf geführte Gespräch gehört wohl zu den authentischsten Aussagen des Thomas Bernhard. Trotzdem klingt er immer wieder einmal wie eine seiner Theaterfiguren. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum sich Bernhard schließlich gegen eine Veröffentlichung entschied. Ein weiterer war vermutlich, dass er in dem Gespräch viel über seine Biographie erzählt, die er noch literarisch verarbeiten wollte. Sehr lesenswert für alle Freunde Thomas Bernhards.

Das Widersetzen habe ich nie aufgegeben. Ich hab immer das gemacht, was andere mir ausgeredet haben, nicht? Aber als junger Mensch ist man eigentlich eine Art Sträfling. Und eingesperrt in einer Strafanstalt kann man sich zwar auch widersetzen und gegen das alles sein, aber man kann nicht weggehen.
[S. 16]

Thomas Bernhard / Peter Hamm: „Sind Sie gern böse?“. Ein Nachtgespräch zwischen Thomas Bernhard und Peter Hamm in Ohlsdorf 1977 (Suhrkamp)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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