Klangforum Wien

Konzerthaus 5.12.

Dirigent: Sylvain Cambreling
Sopran: Tora Augestad

Olivier Messiaen: Quatuor pour la fin du Temps (1940-1941)
Gérard Grisey: Quatre Chants pour franchir le Seuil (1997-1998)

Zwei dem Tod gewidmete Werke standen auf dem letzten Programm des Klangforum Wiens. Olivier Messiaen komponierte dieses Quartett im Kriegsgefangenlager Görlitz. Die Instrumente richteten sich also nach der Verfügbarkeit anderer Musiker vor Ort, und das waren ein Klarinettist, ein Geiger und ein Cellist. Messiaen selbst war am Klavier. Entstanden ist ein höchst eindrucksvolles Werk, das man auch ohne das religiöse Programm rein musikalisch würdigen kann. Jede Instrumentenstimme bekommt gleichberechtigt einen großen Tonraum zur Verfügung, so dass man von eingebetteten Soli bzw. Duetten sprechen könnte. Die vier Mitglieder des Klangforums spielten das Stück in bester kammermusikalischer Manier: eindringlich und makellos.

Nur knapp 15 Jahre alt war die zweite Komposition des Abends: Gérard Grisey kurz vor dessen Tod fertig gestellte Gesangskomposition. Die von Tora Augestad mit wunderbarem Nachdruck gesungen Texte stammen aus sehr divergenten Quellen, darunter Inschriften aus ägyptischen Sarkophagen und Stellen aus dem Gilgamesh-Epos. Grisey entfaltet ein weites Spektrum an Klängen, von quasi-harmonischen Passagen, die an geistliche Musik erinnern, bis zu dynamischen, kakophonen Ausbrüchen. Das Klangforum glänzte wie immer mit technischer Präzision und Cambreling mit interpretatorischer Schlüssigkeit.

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"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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