Rossini: L’Italiana in Algeri

Wiener Staatsoper 25.11

Musikalische Leitung: Marco Armiliato
Mustafà, Bey von Algerien: Ildar Abdrazakov
Lindoro, ein junger Italiener, Lieblingssklave des Mustafa: Maxim Mironov
Isabella, italienische Dame: Stella Grigorian
Elvira: Chen Reiss
Zulma: Rachel Frenkel
Haly: Hans Peter Kammerer
Taddeo: Alfred Šramek

Rossini komponierte diese opera buffa für das Publikum in Venedig, wo sie 1813 sehr erfolgreich uraufgeführt wurde. Es war seine zweite Oper für Venedig. Das Thema hat für eine komische Oper immer noch aktuelle Anklänge: L’Italiana in Algeri spielt wie Mozarts Entführung aus dem Serail im Orient. Der Bey von Algerien kommt im Libretto nicht gut weg, wird er doch als ebenso dummer wie geiler Haremsinhaber dargestellt. Man fühlt sich unwillkürlich an Gaddafi und Konsorten erinnert. Selbstverständlich wird Mustafa von der entführten Italienerin Isabella intellektuell (und nur intellektuell!) aufs Kreuz gelegt.

Wie es sich für eine opera buffa gehört, sind auch die anderen Figuren als komische Typen gezeichnet (Taddeo!), so dass sich letzten Endes fast ein Gleichgewicht zwischen Orient und Okzident herstellt. Mustafa versucht ja auch wie ein zivilisierter Osmane seine Isabella zu verführen, und wendet keine Gewalt an.

Das Libretto wirkt heute noch amüsant, wozu auch die Inszenierung beiträgt, die sehr erfolgreich auf die komischen Elemente setzt. Die schauspielerische Leistung des Ensembles war in dieser Hinsicht exzellent. Musikalisch war der Abend ebenfalls sehr gelungen. Das Staatsopernorchester spielt in einer kleinen Besetzung sehr präzise. Alle Sängerinnen und Sänger waren gut in Form.

Rossini gilt als der wichtigste Begründer des Bel Canto. Deshalb sind seine frühen Opern auch musikhistorisch sehr interessant.

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"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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