21er Haus: Das neue Museum

Ein weiteres Museum in Wien ist eine gute Nachricht. Das dem Belvedere angegliederte Haus für zeitgenössische Kunst füllt das ehemalige 20er Haus mit neuem Leben, das in der jüngeren Kulturgeschichte Wiens eine wichtige Rolle spielte. Für 32 Millionen Euro wurde das Haus saniert und vor einigen Tagen neu eröffnet. Das Gebäude ist beeindruckend, allerdings als Ausstellungsort nicht unproblematisch. Speziell im lichtdurchfluteten Raum im Erdgeschoß, bei dem riesige Fensterfronten die Wände ersetzen, könnte die Aussicht und Raumwirkung samt Aussicht der Kunst die Schau stellen.

Deshalb sind die Kunstwerke auch im oberen Stockwerk untergebracht. Hier erlauben die Fenster dank weißer Färbung keinen Ausblick. Durch die umlaufende Galerie mit Blick nach unten ist der Raumeindruck abwechslungsreich. Ausstellungen für aktuelle Kunst könnten hier ein passendes Ambiente finden.

Abgesehen von der nicht sehr umfangreichen Wotruba-Galerie im Keller, krankt das 21er Haus derzeit an einer für ein Museum ungewöhnlichen Symptomatik: Es gibt kaum Kunstwerke, und die der Eröffnungsausstellung Schöne Aussichten sind nicht mal beschriftet. Man bat eine Reihe von Künstlern künstlerisch auf das neue Haus zu reagieren. Am Interessantesten ist Peter Koglers Video-Installation mit Künstlerportraits.

Die Eintrittsgebühr versteht man besser als Architektur-Eintritt. Eine Buchhandlung mit aktuellen Kunstbüchern befindet sich im Foyer des Hauses. Für Januar ist die nächste Ausstellung angekündigt.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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