Shakespeare: Richard II.

Burgtheater 7.6.
Eine Produktion des Berliner Ensembles

Regie: Claus Peymann

Herzogin von Gloster, ein Fräulein, Herzogin von York: Maria Happel
Herzog von Gant, Bischof von Carlisle: Martin Schwab
Heinrich Bolingbroke, sein Sohn: Veit Schubert
König Richard II.: Michael Maertens
Königin Isabel: Dorothee Hartinger

Das Burgtheater hatte in den letzten Jahren keine gute Hand mit Shakespeare-Inszenierungen. So ist es bezeichnend, dass der beste Shakespeare seit langem eine Gastproduktion des Berliner Ensembles ist. Es handelt sich um eine „Wiener Produktion“ mit Burgschauspielern, die regulär auf dem Spielplan steht. Peymann gehört zu den Regisseuren, die einen genuinen Zugang zur Literatur haben. Bekanntlich ist das nicht mehr bei allen Theaterleuten der Fall heutzutage.

Dieser Richard II. ist Literaturtheater im besten Sinn. Peymann setzt auf die Wirkung von Shakespeares Sprache (in einer guten Übersetzung von Thomas Brasch). Monologe und Szenen, speziell die mit Richard II., werden deshalb meist sehr geruhsam ausgespielt. Gerade bei diesen „langsamen“ Szenen bleibt die Spannung trotzdem sehr stark. Maertens legt seinen Richard II. interessant an: Einerseits als etwas hilflosen Tolpatsch (durchaus mit komischen Elementen), andererseits spielt er den existenziell-tragischen Part sehr gut aus. Die Inszenierung arbeitet mit einigen Stilisierungen (weiß geschminkte Gesichter), aber die Gesamtwirkung ist durchaus stimmig. Ab und an gute Inszenierungen von anderen Häusern zu übernehmen, ist jedenfalls eine exzellente Idee, die das Wiener Theaterleben bereichert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets