Hans Fallada

Kleiner Mann – Was nun? Roman. (rororo)

Nach der Lektüre von Jeder stirbt für sich allein hatte ich Lust auf einen weiteren Roman des Autors. Die Wahl fiel auf seinen berühmten Besteller, den ich schon zu Schulzeiten einmal las. Das Buch beschreibt eindrücklich das harte Leben eines jungen Ehepaars während der Wirtschaftskrise Ende der zwanziger Jahre. Johannes Pinneberg schlägt sich als Verkäufer für Herrenbekleidung in einem Berliner Kaufhaus mit mickrigem Gehalt durchs Leben. Der Leser lernt, dass es bereits um diese Zeit überbezahlte Effizienzberater gab. Als er die Stelle verliert, beginnt der soziale Abstieg samt Demütigungen auf der Straße.

Das ist alles sehr anschaulich geschrieben und liest sich ausgezeichnet. Wer überwiegend mit Interesse am Inhalt liest, wird voll auf seine Kosten kommen. Ästhetisch fand ich den Roman weniger ansprechend, da er nicht mehr als eine solide realistische Prosa bietet. In den zwanziger Jahren wurden formal bereits viel anspruchsvollerer Bücher publiziert.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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