Kunsthistorisches Museum: Ausstellungen

al-Fann. Kunst der islamischen Welt aus der Sammlung al-Sabah, Kuwait (bis 19.4.)
Schaurig Schön – Ungeheuerliches in der Kunst (bis 1.5.)

Ein Besuch im Kunsthistorischen Museum ist angesichts der großartigen Sammlung immer lohnenswert. Derzeit aber aufgrund von mehreren Sonderausstellungen besonders. Keine „offizielle“ Ausstellung, aber in der Gemäldegalerie wurde in einem Saal eine barocke Hängung nachvollzogen, d.h. mehrere Reihen eng gehängter Bilder neben und übereinander, wie man das aus entsprechenden Bildern kennt, die Sammler aus der Barockzeit in ihrer Galerie zeigen. Die Bilder sind überwiegend „klassisch niederländisch“ und enthalten Leihgaben. Diesen Kunstraumeindruck sollte man sich auf keinem Fall entgehen lassen.

In Wien gibt es bekanntlich keine nennenswerte Sammlung mit islamischer Kunst. Deshalb sollte man die Gelegenheit nutzen, und sich die hochkarätige Auswahl aus der Sammlung al-Sabah ansehen. Sie ist didaktisch als Einführung konzipiert. Man findet wenige, aber gut ausgewählte und sehr anschauliche Kunstwerke, die thematisch angeordnet sowie mit guten Erläuterungen versehen sind (Kalligraphie, Geometrie, figürliche Darstellungen….). Man schlendert durch die islamische Kunstgeschichte als durchblätterte man einen guten Kunstband, nur dass man hier vor Originalen steht.

Schaurig Schön lebt überwiegend vom eigenen Bestand des KHM und stellt Werke thematisch zu mythologischen Figuren zusammen. Als wäre die Ausstellung dazu gedacht, meine eben laufende zweite Lektüre der Metamorphosen des Ovid zu illustrieren. Gemälde, Skulpturen und Kunsthandwerk zu Sphinx, Phönix, Einhorn, Drache und ähnliches Getier ist zu sehen. Eine kleine, lehrreiche, vergnügliche Sache. Sie zeigt, dass man nicht für jede Ausstellung auf viele Leihgaben zurückgreifen muss.

Eine Jahreskarte für das KHM bekommt man übrigens für nur 29 Euro.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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