Herbert Rosendorfer: Bayreuth für Anfänger

Ich zähle mich bekanntlich zur Gattung des kritischen Wagnerianers und höre mir deshalb in Wien fast jedes Jahr den kompletten Ring in der Staatsoper an. Rosendorfers kleines Buch über Bayreuth paßt da genau ins Konzept. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften war der Autor Mitte der sechziger Jahre Gerichtsassessor in Bayreuth und veröffentlichte – zuerst unter Pseudonym – dieses bissige Büchlein. Darin setzt er sich unter anderem boshaft mit dem Wagnerkult in Bayreuth auseinandern, nicht ohne eine kritische Grundsympathie mit Wagners Musik. Man erfährt einiges über die Geschichte der Stadt, den Unterschied zwischen der Festspielzeit und dem Rest des Jahres, über Sehenswürdigkeiten und die verschiedenen Arten der Wagnerliteratur inklusive einer grundsätzlichen Klassifizierung. Selbstverständlich wird auch die Familiengeschichte des Clans hinreichend seziert. Ab und zu etwas zu pointenverliebt vielleicht, aber trotzdem eine höchst amüsante Lektüre.

Herbert Rosendorfer: Bayreuth für Anfänger. (dtv)

Eine Antwort auf Herbert Rosendorfer: Bayreuth für Anfänger

  • creamhilled sagt:

    Das ist ja ein feiner Hinweis. Rosendorfer les ich gern, und das Thema wird er wohl in meinem Sinne (wie beschrieben) behandeln. Danke!

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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