Grillparzer: Die Jüdin von Toledo

Burgtheater 19.8.

Regie: Stephan Kimmig

Alfonso VIII., König von Kastilien: Peter Jordan
Eleonore von England, dessen Gemahlin: Caroline Peters
Manrique, Graf von Lara: Bernd Birkhahn
Don Garceran, desen Sohn: Juergen Maurer
Isaak, der Jude: Martin Schwab
Esther, dessen Tochter: Katharina Lorenz
Rahel, dessen Tochter: Yohanna Schwertfeger

Vorab sei die Krux mit Auswahlausgaben beklagt! Ich wollte das Stück vor der Aufführung lesen, stellte aber fest, dass es in meiner Grillparzer-Edition des Aufbau Verlags schlicht nicht enthalten ist. Trotzdem war schnell klar, dass Kimmig das Stück ordentlich zusammengekürzt hat. Der pausenlose Abend dauert keine zwei Stunden.

Danach bleibt unklar, was man mit dem Gesehenen anfangen soll. Der Stoff scheint so aktuell, dass selbst die Kronen-Zeitung damit ihre Freude hätte. Stehen doch die Mauren vor der Tür Spaniens zwecks Rückeroberung. Statt tapfer den Krieg gegen den Terror zu führen, vergnügt sich Alfonso VIII. aber lieber mit seiner hübschen Jüdin Esther auf einem Lustschloss. Versteht sich, dass die Königin eine Intrige schmiedet, welche Esther schließlich erfolgreich zu Tode bringt.

Zu Beginn läßt Kimmig den König vor Video-Alpenpanorama eine Rede über Heimat halten. Mehr kommt aber nicht nach. Ansonsten ist alles passabel: Die Inszenierung ist passabel. Das Bühnenbild ist passabel. Die Schauspieler sind sehr passabel, spielen aber wie Monaden in einem Solostück. Das Ergebnis ist – Überraschung! – ein passabler Theaterabend mit einem Hauch Langeweile.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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