Tannhäuser

Wiener Staatsoper 15.9.

Musikalische Leitung: Franz-Welser Möst
Inszenierung: Claus Guth

Tannhäuser: Frank van Aken
Hermann: Ain Anger
Wolfram von Eschenbach: Matthias Goerne
Elisabeth: Anja Kampe
Venus: Michaela Schuster

Für ein Urteil sind zwei Opernaufführung natürlich zu wenig. Sie reichen aber aus, um zumindest die Hoffnung zu nähren, dass es dank der neuen Direktion an der Staatsoper jetzt mit der Holender-Schluderei vorbei sein könnte. Auf die mehr als ordentliche Zauberflöte folgte ein musikalisch grandioser Tannhäuser. Das Orchester spielte präzise und nuanciert, jeglichen Wagner-Klangbrei erfolgreich vermeidend. Der Chor der Wiener Staatsoper lieferte eine lange nicht mehr gehörte Glanzleistung. Er zählt zweifellos zu den besten Ensembles weltweit.

Frank von Aken sang statt Botha den Tannhäuser und tat das in einer Perfektion, dass man sich wünscht, er möge dauerhaft einspringen. Auch die anderen Sänger zeigten hohes Niveau, Michaela Schuster klang vielleicht ab und an etwas zu grell für eine Liebesgöttin.

War der Abend musikalisch Weltklasse, kann man das von der Inszenierung nicht sagen. Sie hat zwar starke Momente, Guth konnte sich aber offenbar nicht entscheiden, wie er seine Regie anlegt. So gibt es intelligente und symbolische Choreographie neben klassisch-altmodischen Opernszenen wie etwa im naturalistischen Saalnachbau (wenn auch nicht im Stil des Mittelalters).

Man kann den Wiener Opernfreunden nur wünschen, dass Welser-Möst oft am Pult stehen wird.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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