Die Zauberflöte

Wiener Staatsoper 7.9.

Musikalische Leitung: vor Bolton
Regie: Marco Arturo Marelli

Sarastro: Günther Groissböck
Tamino: Matthias Klink
Die Königin der Nacht: Albina Shagimuratov
Papageno: Markus Werba
Pamina: Anita Hartig

Die Diskussion, wie wichtig das Libretto für die Opernästhetik ist, trifft mit der Zauberflöte auf ein bezeichnendes Beispiel. Die Geschichte ist bekanntlich eine der krudesten der Opernwelt. Die Entwicklung der Handlung ist auf mehreren Ebenen widersprüchlich, was sich beispielsweise darin manifestiert, dass die drei Knaben der Königin der Nacht plötzlich große Helfer bei den Bewährungsproben sind, die der „feindliche“ Sarastro veranstaltet.

Aber wen interessiert die Handlung, wenn Mozart hier drei Stunden lang einen genialen musikalischen Einfall nach dem anderen hat? Das musikalische Niveau des Abends war durchgehend gut. Es gab keine Schwachpunkte im Ensemble und Markus Werba legte als Papageno zusätzlich eine sehr gute schauspielerische Leistung hin. Die Inszenierung spiegelt leider die Schwächen des Libretto. Der Beginn ist märchenhaft bunt angelegt, vermutlich ironisch gemeint, aber wenig überzeugend. Ganz anders das Bühnenbild im zweiten Teil bei Sarastro. Die reduzierte Eleganz passt gut zur Freimaurer-Thematik, hat aber keinen Zusammenhang zur ersten Hälfte.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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